Religion
Aus K7-Wiki
Inhaltsverzeichnis |
Einleitung
Die Götter Esydiens sind grausam und kennen keine Gnade. Einige erwarten Unterwerfung, andere segnen die Menschen mit großen Gaben. Doch keiner verzeiht auch nur die geringste Beleidigung, und nur ein Tor ruft die Götter leichtfertig um Hilfe an.
Fast alle Menschen beten täglich zu dem einen oder anderen Gott, und auch wer nicht besonders religiös ist, besucht im Abstand weniger Tage einen Tempel, Schrein oder heiligen Ort. Typischerweise hat jeder Mensch einen Gott, den er als seinen persönlichen Schutzpatron ansieht, meist abhängig von seinem Beruf, doch häufig auch aus familiärer oder lokaler Tradition. Dies hält ihn jedoch nicht davon ab, auch andere Götter um Hilfe anzurufen, wenn er sich von ihnen mehr erwartet. Die Frau eines Handwerkers etwa mag Osund anrufen, ihrem Mann Geschick in seinem Handwerk zu geben, im Stillen zu Samet-Si zu beten, dass er ihre Familie zu Reichtum führen mag, die Zwillingsgötter Yserta und Nonis bitten, ihr auch eine Tochter zu schenken, Yserta vor einer Reise ein Opfer darbringen, nach einem Todesfall in der Familie die Priester Achanats bezahlen, die Begräbnisriten durchzuführen.
Es existieren einige Kirchen und Priesterschaften, die ihr Leben der Huldigung eines einzelnen Gottes gewidmet haben. Auch unabhängig von großen Organisationen unterwerfen einige sich in besonderem Maße den Geboten einzelner Gottheiten. In den meisten Dörfern gibt es ein oder zwei Menschen, die von den anderen als Priester angesehen werden; meist üben sie jedoch einen weltlichen Beruf aus, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Hauptberufliche Priester sind nur in Städten und einigen ländlichen Tempeln besonderer Bedeutung zu finden; kleinere Siedlungen jedoch werden gelegentlich von reisenden Predigern oder Mönchen besucht.
Priester besitzen in den meisten Ländern keinen besonderen rechtlichen Status, doch verfügen sie meist über genug Einfluss, als dass der jeweilige Herrscher ihnen einen gewissen Respekt zukommen lässt.
Der Pantheon
Die Götterwelt Esydiens ist zweifach gespalten: Neun Gottheiten gehören mehr oder weniger einem Pantheon an, auch wenn drei in Opposition zu den anderen stehen. Vier weitere Götter werden zwar ebenfalls noch verehrt, stehen in aber keiner wirklichen Beziehung zu den anderen neun. Zwei sind Überbleibsel des ehedem vorherrschen Pantheons der Titanen; zwei weitere sind Naturgottheiten, deren Verehrung in einer fast vergessenen Vorzeit der Menschen ihren Höhepunkt hatte.
| Götter der Menschen | Herrschaftsgebiet | Beschreibung |
| Achanat | Tote, Unterwelt, Erde | Der neidische Fürst der Unterwelt |
| Ianesha | Wind, Seeleute, Reisen | Eine launische, aber meist wohlwollende Göttin von Wind und Tanz |
| Itayme | Heilkunde, Frieden | Die Tochter Achanats, eine Prophetin von Frieden und Demut |
| Maruk | Herrschaft, Könige | Der König der Götter, Himmelsvater und Riesentöter |
| Osund | Schmiede, Krüppel | Der einarmige Schmied der Götter und Lehrer der Menschen |
| Samet-Si | Diebe, Betrüger, Reichtum | Ein ehemaliger Gefolgsmann Maruks, Herr der Diebe |
| S'sin | Wissen, Geheimnisse, Handwerk | Eine unsterbliche Schlange, die die Geheimnisse der Welt hütet |
| Ulgrim | Krieg, Sturm, Nordwind | Der wütende Herr des Nordwinds und Patron des Krieges |
| Yserta und Nonis | Liebe, Fortpflanzung, Kinder | Die uralten Eltern allen Lebens |
| | | |
| Titanen | Herrschaftsgebiet | Beschreibung |
| Shiroch | Feuer, Zerstörung | Der gnadenlose Herr der Feuerdrachen und Feuerteufel |
| Talroch | See, Seeschlangen | Eine uralte Seeschlange, die über das Reich unter den Wellen herrscht |
| | | |
| Alte Götter | Herrschaftsgebiet | Beschreibung |
| Atynis | Wälder, Waldbewohner, Tiere | Der wilde Herr der Wälder, Tiere und Urmenschen |
| Yrdati | Träume | Die halb vergessene Königin der Elfen, Träume und Visionen |
Die Riesentöter
Oberster Gott des esydischen Pantheons ist Maruk, mit dem Osund, Ianesha, Itayme, S’sin sowie die Zwillingsgötter Yserta und Nonis wenigstens lose verbündet sind. Yserta und Nonis sind sowohl älter als auch mächtiger als Maruk, haben jedoch keinerlei Ambitionen, Herrschaft über andere auszuüben, und dienen daher Maruk. S’sins Verhältnis zu Maruk ist nicht ungetrübt, da dieser sie einst gefangen setzte und ihr ihre Geheimnisse über die Titanen entriss, doch dient sie ihm und seinen Verbündeten gelegentlich noch immer als Ratgeberin.
Itayme ist die Tochter Achanats, eines Feindes Maruks, und versucht, sich an Maruk und die anderen Beschützergottheiten zu binden, ohne den Zorn ihres Vaters auf sich zu ziehen. Ianesha und Osund schließlich betrachten Maruk ohne Einschränkungen als ihren Herrn, und wenn sie auch eigene Ziele verfolgen, ist es ihre Treue, auf die der Herrscher der Götter immer zählen kann.
Die Abtrünnigen
Achanat ist ein alter Verbündeter Maruks, der ihn jedoch verraten hat. So wie Maruk über die Welt der Lebenden herrscht, herrscht Achanat über die der Toten. Jeden Tag versucht er, sein Reich zu vergrößern, und bringt so Leiden und Tod über Maruks Welt und Schützlinge, die Menschen. Ulgrim ist ein wilder und ungezügelter Kämpfer, der Maruk bei seinem Kampf gegen die Titanen unterstützte, ihm aber keine Loyalität entgegenbringt. Er gerät häufig in Streit mit den anderen Göttern; einzig Achanat zollt er Respekt, da er einerseits die Macht des Dunklen Fürsten fürchtet, andererseits die Interessen des Gottes des Krieges und des Gott des Todes parallel laufen.
Samet-Si diente Maruk zwar im Titanenkrieg, steht heute aber in einsamer Opposition sowohl zu ihm als auch Achanat, da er die Herrschaftsansprüche beider verneint. S’sin und Ianesha stehen ihm neutral gegenüber, alle anderen betrachten sich als Feinde Samet-Sis.

